Erklärungen Halbzeug Biopolymer nachwachsende Rohstoffe Drucken E-Mail

Oft werden im Bereich der Bioprodukte Begriffe verwendet, welche zwar schön klingen, aber
nicht exakt oder ehrlich verwendet werden.

Daher wollen wir hiermit nun einige erklären, um Ihnen ein Basiswissen im Bezug auf einige
Definitionen zu geben.


Kunststoffe
1

sind Werkstoffe aus organischen Makromolekülverbindungen (Polymere). Ihre
Eigenschaften hängen von ihrer Molekülstruktur und dem Grad ihrer Molekülvernetzung ab,
erst in zweiter Linie von ihrer chemischen Zusammensetzung.

In der Regel sind Kunststoffe künstliche, auf Erdöl basierende Polymere. Die
Entwicklung biologisch abbaubarer Kunststoffe auf Basis nachwachsender
Rohstoffe ist noch sehr jung.

Kunststoffe werden nach ihrem physikalischem Verhalten unterschieden in:

  • Thermoplaste (Plastomere): werden beim Erwärmen weich und härten beim
    Abkühlen, reversibel verformbar
  • Duroplaste (Duromere): irreversibel ausgehärtete Produkte
  • Elaste (Elastomere): formfest, aber elastisch, werden in bestimmten
    Temperaturbereichen thermoplastisch

Kunststoffe sind ad Definition petrochemische Produkte, welche keinen natürlichen
Ursprung, wie Stärke, Zucker u.a. besitzen. Daher müßte man exakt richtig eher von Biopolymeren sprechen.


Nachwachsende Rohstoffe:

„Nachwachsende Rohstoffe sind land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die einer
Verwendung im Non-Food-Bereich zugeführt werden. Nachwachsende Rohstoffe können
stofflich und energetisch genutzt werden.“ 2


biologisch abbaubar:

„Biologisch abbaubare Werkstoffe weisen hinsichtlich aller ihrer organischen
Bestandteile dieselben Abbaumerkmale wie nativ organische Materialien auf: sie bauen sich
vollständig in einer natürlichen biologischen Umgebung wie z.B. in einer Kompostieranlage
(aerob), einer Biogasanlage (anaerob), in Erde und Wasser im selben Zeitraum wie nativ
organische Materialien ab und hinterlassen keine Rückstände außer Biomasse und
natürliche Stoffwechselprodukte. Ihre Beurteilung erfolgt durch entsprechende
Standardtestmethoden (ASTM 5210-92 und ASTM 5338-92).“ 3


industriell kompostierbar*:kompostierbar

„Das Material muß nach obengenannter Definition biologisch abbaubar
sein und in einem Kompostierungsprozeß verarbeitet werden können.
Hierzu muß demonstriert werden, daß dieses Material in einer

Kompostierungsanlage kompostiert werden und der resultierende
Kompost nationale und internationale Anforderungen erfüllen kann.
Der BIOAKU Werkstoff ist in einer industriellen Kompostieranlage bei erhöhten Temperaturen, erhöhter Feuchtigkeit und unter

dem Einfluss von Mikroorganismen abbaubar, sofern dies angegeben wurde.

Diese Beurteilung erfolgt in praxisorientierten Modell- und Optimierungsversuchen sowie

durch Untersuchungen im Praxisbetrieb. Insbesondere darf keine Beeinträchtigung der

Kompostqualität und der Verwertungseigenschaften der Komposte stattfinden.“ 4

 

Verwertbarkeit kompostierbarer Materialien:

diesbezüglich sollen drei Klassen unterschieden werden:

  1. solche, die ohne spezielle Zulassung in die Kompostierung gelangen
    dürfen
  2. solche, die speziell zugelassen werden müssen (nach Durchlaufen eines
    bestimmten Prüfrasters)
  3. solche, die aufgrund bestimmter Eigenschaften (z.B. Schadstoffgehalte)
    nicht in die Kompostfraktion dürfen 5

 


1 Vgl. Online im Internet. Url: http://www.inaro.de/Deutsch/ROHSTOFF/industrie/STAERKE/baw.htm
2 Peterek, G. (1997): Nachwachsende Rohstoffe. Praxis der Naturwissenschaften Biologie. 3 (1997).
Köln: Aulis Verlag Deubner & Co Kg . S 1.
3 Vogtmann H.; Gottschall R. (1993): Testmethoden zur Bestimmung der Kompostierbarkeit. In: Hangen
H.O. (Hg.) Bioabbaubare Werkstoffe und deren stoffliche Verwertungsmöglichkeiten. ASN, Gütersloh
4 Vogtmann H., Gottschall R.(1993)
5 Gottschall R.; u.a. (1993): Kompostierung biologisch abbaubarer Werkstoffe (Anforderungsprofil,
Prüfraster, Exemplarische Untersuchung Biopol). In: Hangen H.O. (Hg.) Bioabbaubare Werkstoffe und
deren stoffliche Verwertungsmöglichkeiten. ASN, Gütersloh

 

 
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